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Wasserpfeifen & Shishas

Eine Shisha (auch Sheesha; deutsche Transkription: Schischa) ist eine Wasserpfeife arabischen Ursprungs. In der Shisha wird meist Tabak mit Fruchtaroma oder ähnlichen Geschmacksrichtungen geraucht. Der Rauch wird zunächst durch ein mit Wasser gefülltes Gefäß (Bowl) gezogen. Dadurch wird der Rauch gekühlt und Schwebstoffe sowie wasserlösliche Bestandteile werden teilweise herausgefiltert.

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Benötigte Utensilien

Wasserpfeifentabak

Der Wasserpfeifentabak ist ein feuchter Tabak, der aus einer Mischung von Rohtabak, Melasse und Glycerin besteht. Er ist deutlich feuchter als Pfeifen- oder Zigarrentabak. Vor allem im europäischen Raum wird aromatisierter Tabak in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen geraucht. Die wohl bekannteste Richtung ist Doppelapfel, des Weiteren beispielsweise: Kirsche, Minze, Orange, Zitrone, Mango, Vanille, Banane, Cappuccino, Karamell, Lakritze, Kokosnuss, Multifrucht, Rose, Traube, Erdbeere, Pfirsich, Melone und Cola. Die Tabakindustrie kreiert beständig neue und ungewöhnliche Geschmacksrichtungen, so gibt es mittlerweile Basilikum- und Bier-Tabak.

Arabischer Tabak

In arabischen Ländern raucht man neben den aromatisierten Tabaken den deutlich stärkeren nicht aromatisierten Tabak. Teilweise aromatisiert der Nutzer den Tabak selbst, indem er ihm Honig und getrocknete Früchte beifügt. Einige Shisharaucher füllen ihre Bowl auch mit Rosenwasser oder geben spezielle Hölzer der Kohle bei. Ein großer Unterschied zur europäischen Rauchweise besteht darin, dass man in Arabien den nicht aromatisierten Tabak ohne Alufolie raucht und die Kohle direkt auf den Tabak legt.

Es gibt unterschiedliche Tabakqualitäten. Während normaler Tabak meist nur um 20 % Feuchtigkeit enthält, hat Edeltabak selten weniger als 35 % Feuchte.

Deutscher Tabak

Aus deutscher Sicht ist das wichtigste Unterscheidungskriterium bei Tabak nicht der Geschmack, sondern die Herkunft. Dort wird vor allem zwischen einerseits einheimischem, für den deutschen Markt hergestelltem und andererseits ausländischem Tabak unterschieden. Die Konsistenz ist jeweils ähnlich, da ausländischer Wasserpfeifentabak jedoch zu 20 bis 40 Prozent aus Feuchthaltemitteln besteht, gab es einen Konflikt mit geltenden Qualitätsmerkmalen der deutschen Tabakverordnung von 1977. Danach darf Rauchtabak maximal fünf Prozent Feuchthaltemittel enthalten. Dieser Grenzwert wurde ursprünglich gesetzt, um Verbraucher vor gestrecktem Pfeifentabak zu schützen. Der deutsche Zoll begann 2004, die Einfuhr von Tabak zu unterbinden, der gegen diese Verordnung verstößt.

Seit 2004 gibt es speziellen, trockeneren Tabak für den deutschen Markt. Viele Raucher befeuchten diesen nachträglich mit Glycerin aus der Apotheke oder mit Melasse. Je nach Tabakmarke eignet sich meist eine der beiden Varianten der Tabakbefeuchtung besser als die andere, wobei auch Mischungen nicht unüblich sind. Meist bringt das eigene Befeuchten nicht dieselbe Qualität wie arabischer Tabak, dem bereits bei der Produktion Feuchthaltemittel zugegeben wird.

Wasserpfeifenkohle


Die Wasserpfeifenkohle (auch Fahma genannt) ist meist Holzkohle ohne Zusätze wie Petroleum. Man unterscheidet zwei Arten: Es gibt zum einen selbstzündende Kohletabletten, die geringe Mengen Schwarzpulver oder Magnesium enthalten und so mit Hilfe eines Feuerzeugs angezündet werden können und je nach Art etwa 30 bis 90 Minuten glühen. Diese Kohletabletten besitzen in der Regel einen Einheitsdurchmesser von 33 oder 40 Millimetern. Nachteil dieser Tabletten ist ein unangenehmer Beigeschmack, wenn sie zu früh auf die Folie gelegt werden. Ebenso wie die Naturkohle müssen die selbstzündenden Kohletabletten gut durchgeglüht sein.

Als Alternative kann sogenannte Naturkohle verwendet werden. Diese besteht häufig aus gepressten Kokosnussschalen mit einem sehr hohen Heizwert. Andere Arten von Naturkohle werden aus Orangen- oder Olivenbaumholz gewonnen. Diese Kohlearten sind meist schwefelfrei und besitzen eine Stab- oder Würfelform. Da die Naturkohlen kein Schwarzpulver enthalten, lassen sie sich nicht durch ein bloßes Feuerzeug, sondern nur durch Gebrauch eines Kohleofens, Gasbrenners oder mit geringen Mengen Spiritus anzünden. Kokoskohle brennt länger und ermöglicht, die entstehende Hitze besser zu regulieren.

Bei der Verbrennung beider Kohlearten entstehen Verbrennungsprodukte wie Kohlenmonoxid. Damit trägt die Wasserpfeifenkohle (egal welche Sorte) zu den Gesundheitsgefahren des Wasserpfeifenkonsums bei. Als Zubehör wird inzwischen eine elektrische Heizung des Wasserpfeifenkopfes angeboten. Da hierbei keine Verbrennungsprozesse stattfinden, ist zu erwarten, dass die Kohlenmonoxidbelastung der Konsumenten deutlich gesenkt wird.


Aufbau

Eine Shisha entspricht im Aufbau einer chemischen Waschflasche. Es gibt viele Shisha-Varianten. Sie können mit einer zerlegbaren Rauchsäule, Ablageteller aus anderen Materialien hergestellt sein. Die Größe der zusammengesetzten Shisha ist sehr unterschiedlich. Shisha-Cafés bieten meistens Pfeifen mit Höhen von 60 bis 90 Zentimetern an. Auch sogenannte Mini-Shishas mit einer Höhe von bis zu 40 Zentimetern sind mittlerweile erhältlich. Allen gemeinsam ist dennoch der Aufbau aus mindestens vier Teilen.

Wassergefäß

Das Gefäß wird Bowl oder Vase genannt. Es ist häufig verziert und besteht aus Glas, Metall oder Acryl. Sowohl die Füllmenge als auch das Volumen haben Einfluss auf die Art und Weise des Rauchens. Inzwischen werden auch Zusätze zur Aromatisierung des Wassers angeboten. Auf das Wassergefäß wird die Rauchsäule gesteckt oder geschraubt.

Rauchsäule

Sie ist im Allgemeinen aus Metall, das mit Chrom oder Messing beschichtet wurde und verziert sein kann. Manche Rauchsäulen sind auch aus Holz gefertigt, was jedoch den Nachteil bergen kann, dass sie nach einer Weile die Feuchtigkeit aufnehmen und dadurch zu riechen beginnen. Am unteren Teil der Rauchsäule werden je nach Bauart der Rauchsäule ein bis mehrere Schläuche angebracht. Die meisten Shishas besitzen außerdem ein Druckventil an der Rauchsäule, um Rauch auspusten zu können. Auf die Rauchsäule wird der Kopf gesetzt.

Kopf

Der Kopf ist ein kleines Gefäß aus Keramik, Glas, Bimsstein oder Metall, das eine kleine Vertiefung aufweist, in die der Tabak gelegt wird. Je nach Vorliebe des Anwenders gibt es teilweise sehr unterschiedliche Köpfe, die sich jeweils verschieden auf das Rauchverhalten und den Rauchgeschmack auswirken. Durch die Löcher in den Köpfen kann der Rauch in die Rauchsäule gelangen. In manchen Regionen wird der Kopf auch als Hut bezeichnet. Man unterscheidet zudem hauptsächlich unter drei Kopfarten:

Standardkopf Am verbreitetsten ist der Standardkopf mit meist fünf kleineren Löchern im Kopfboden. Der Nachteil dieses Kopfes ist, dass die Melasse leicht in die Rauchsäule läuft, was sich zwar nicht negativ auf den Geschmack auswirkt, aber eine Reinigung der Rauchsäule notwendig macht. Einlochkopf Bei dieser Variante ist nur ein Loch vorhanden, das sich stark erhoben über dem Kopfboden befindet und fast so hoch wie der Rand ist. Der Tabak wird hier um das Loch herum ausgelegt. Bedingt durch die Bauart kann keine Melasse in die Rauchsäule fließen. Eine Abwandlung des Einlochkopfs stellt der Vortex-Kopf dar, bei dem mehrere Löcher an der Seite des Hügels in der Kopfmitte angebracht sind. Im Gegensatz zum Standardkopf ist die Hitze im Kopf nicht gleichmäßig verteilt, dennoch ist meist eine längere Rauchdauer möglich. Power-Bowl-Kopf Die Power-Bowls sowie die Super-Chief-Köpfe stellen eine Art Kombination aus Standard- und Einlochkopf dar. Leicht erhoben, dennoch relativ bodennah befinden sich in der Kopfmitte mehrere Löcher, um die der Tabak herum gelegt wird. So kann weder Melasse abfließen, dennoch findet eine gleichmäßige Hitzeverteilung statt. Kaminkopf Ein Kaminkopf besteht aus einem Tonkopf und einer Kaminhaube. Durch das Aufsetzen der Kaminhaube auf den Tonkopf soll das gleichmäßige Verbrennen des Wasserpfeifentabaks erreicht werden. Hierbei wird der Kamineffekt zur Hitzeverteilung ausgenutzt.

Darüber hinaus können Köpfe aus Früchten gebaut sein. Besonders gut eignen sich dafür Kiwis, Zitronen und Orangen, die gehälftelt, leicht ausgehöhlt und mit einem Stück handelsüblichem Lochblech in der Mitte versehen werden, auf dieses wird der Tabak gelegt. Solche Köpfe geben beim Rauchen ihr eigenes Aroma ab, so dass ein besonders intensiver Fruchtgeschmack erreicht werden kann.

Schlauch

Der Schlauch befindet sich an einem der „Rauchanschlüsse“ an der Rauchsäule. Es gibt auch Shishas mit mehreren Rauchanschlüssen. Der Schlauch einer Shisha besteht oft aus Leder, Latex, Kautschuk, Silikon oder Kunststoff und ist meist mit einer Spirale verstärkt, damit er nicht in sich zusammenfällt.


Funktionsweise

Um eine Shisha zu rauchen, wird das Wassergefäß („Bowl“) teilweise mit Wasser gefüllt und die Rauchsäule darauf befestigt. Das Rohr der Rauchsäule muss dabei etwa zwei bis drei Zentimeter in das Wasser hineinragen und mit der Gefäßöffnung dicht abschließen.

    Der Tabakkopf wird mit etwa 5 bis 10 Gramm Wasserpfeifentabak befüllt und durch ein feines Metallsieb oder eine gelöcherte Alufolie abgedeckt, auf welche später die glühende Kohle gelegt wird. Um ein Verbrennen des Tabaks zu vermeiden, wird zwischen Tabak und Folie meist 0,5–1 cm Platz gelassen. Die Kohle kann bei nicht-aromatisierten Tabaken direkt auf den Tabak gelegt werden. Durch die glühende Kohle wird die im Wasserpfeifentabak enthaltene Feuchtigkeit mit den Aromastoffen erhitzt und verdampft. Der Tabak wird im engeren Sinne also nicht geraucht, da er nicht verbrennt. Sowohl zum Befüllen der Shisha mit Tabak als auch zum Erhitzen und Positionieren der Kohle wird meist eine spezielle Shisha-Zange verwendet. Diese kann auch noch einen Metallstab aufweisen, der zum Durchlöchern der Alufolie verwendet werden kann.

Durch Saugen am Mundstück entsteht in der Flasche ein Unterdruck, der bewirkt, dass durch den Kopf und die Rauchsäule das durch die Erhitzung des Tabaks entstehende Gemisch von Luft, Dampf, Rauchpartikeln und Aromastoffen nachgezogen wird.

Aufgrund des langen Weges durch das Metallrohr, das Wasser und den Schlauch ist der aromatisierte Rauch verglichen mit dem Rauch aus einer Zigarette oder Pfeife relativ kühl und wird dadurch oftmals als angenehmer empfunden. Verschiedene Techniken sollen diesen Effekt weiter verstärken, beispielsweise die Zugabe von Eis in die Bowl oder eine zusätzliche Kühlung in Rauchsäule oder Schlauch.

Teilweise wird versucht, den Geschmack des Rauchs durch Befüllen des Wassergefäßes mit anderen Flüssigkeiten zu verbessern oder, im Falle alkoholhaltiger Flüssigkeiten, eine zusätzliche Wirkung herbeizuführen.